AW: freiberuflich tätig werden... aus Harz IV raus...
@Nefsche
Ein Grund, daß man hier relativ wenig von Freiberuflichen Kollegen hört, ergibt sich sicher aus der Tatsache, daß der größte Teil der Kollegen im Angestelltenverhältnis sind oder waren.
Ich bezeichne eine Freelancer Tätigkeit ( schönes neumodisches Wort!:-)) ) heute als Risiko. Dieses kann man zum Einen vielleicht machen, wenn man die allerbesten und langjährigen Kontakte hat - obwohl das für eine neue Tätigkeit auch kein Garant ist -, zum Anderen kann man dieses sicherlich ruhig angehen, wenn man finanziell etwas im Rücken hat, oder ein Familienmitglied ist voll berufsfähig.
Wer versucht denn, diese Alternative zu wählen? Meistens " Verzeifelte ", die schon lange arbeitslos sind oder Hartz IV beziehen. Eigentlich ein tödliches Unterfangen!
Ich kenne -zig Kollegen, die gnadenlos damit gescheitert sind! Als die Lage der " Aufträge " noch wesentlich besser war, war es auch hier nicht möglich die Angebote unter einen Hut zu bringen. Da paßten dann die Facharztgruppen oder die Gebiete nicht zusammen. Das man mindestens 2-3 potentielle Auftraggeber haben muß, ist ein leichtes Rechenexempel. Es wird nicht mit einer Firma gelingen, am Tag mindestens 300,00 Euro zu verdienen. Bei Abzug aller Kosten würde das gerade zu einem normalen Lebensstandard reichen!
Welche Firma beschäftigt denn heute Freiberufler? Sollten irgendwelche Aktionen durchgeführt werden, gibt man dieses gerne an einen DL weiter. Hierbei handelt es sich doch in der Regel um Promotionenaktionen in Apotheken, die ja auch FaktorX und andere Unternehmungen anbieten. Die haben langjährige Verträge mit Boehringer, Thomae, Bayer etc.
Pharmaunternehmen mit freien Mitarbeitern gibt es selten, da hier heute von einem Außendienstler der volle Einsatz gefordert wird. Es gibt einige Firmen, die Kollegen im Rentenalter auf 400,00 Euro Basis beschäftigen, die aber aufgrund ihrer langjährigen Kontakte zu einigen Zielgruppen diese als " Key Account " betreuen. Es gab auch mal Firmen, die "Hausfrauen" beschäftigt haben, d.h. die nur halbe Tage gearbeitet haben. Auch die Firma Novartis hatte mal ein 20 Stunden Wochenangebot! Gibt es schon lange nicht mehr! Bei dem Druck der politischen Situation kann man so etwas nicht mehr gebrauchen. Wenn man verfolgt, was sich z.Zt. gerade im Gesundheitswesen abspielt, wird hier noch eine ganze Menge auf uns zukommen. Da werden noch Außendienstler bluten müssen, und auch Reglements für Apotheken werden ein Apothekensterben vorantreiben oder zu Personalkonsequenzen führen. Und da werden sich dann noch mehr PTA`s als PR versuchen wollen!
Ein Zusammenschluß der Freiberufler und ein Ignorieren der DL`s??? Na, erhalte Dir Deine Träume!
Es wird ein Jobhopping werden für alle die, die neu einsteigen oder sich in Indikationsgebieten bewegt haben, die Keinen mehr hinter dem Ofen herlocken. Ein ganz großer Rest wird hier verzweifelt nach einem Job suchen - und da kommt dann vielleicht der Gedanke der Selbstständigkeit - ein anderer kleiner Teil wird sich von der Pharmaindustrie verabschieden und in anderen Märkten seinen Weg gehen.
Was hat Dich eigentlich in die Selbstständigkeit getrieben? Würde Dir ein DL ein lukratives Angebot machen, würdest Du das ablehnen?
LG Blümchen
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