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Alt 03.03.2010, 02:48
catbert catbert ist offline
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Standard AW: Letzte Haltestelle: Pharmaberater! ...für Fachidioten, wie mich?

Hallo,
sie es mal spieltheoretisch. Du bist hervorragend ausgebildet, und kannst jede Abteilung sicherlich voranbringen, deshalb sollte man Dich eigentlich einstellen. Dies wäre die optimale Lösung. Andererseits gehe mal davon aus, dass Du deutlich höher qualifiziert bist, als die meisten Deiner potentiellen Vorgesetzten. Wenn man es aus deren Sicht sieht, holen sich sich mit Dir einen potentiellen Konkurrenten in die Abteilung, der möglicherweise sofort nach Ablauf der Probezeit an ihrem Stuhl sägt. Daher ist es für einen potentiellen Chef sehr viel sicherer einen schlechter qualifizierten Kandidaten zu nehmen, der keine Bedrohung darstellt und ewig dankbar und loyal sein muss. Dies ist hier die dominante Strategie; halt klassisches Gefangenen-Dilemma. Ist zwar perspektivisch schlecht für die Firma aber gut für den Vorgesetzten. Du kennst wahrscheinlich die Principal-Agent Problematik. Dies ist ein Beispiel.
Ansonsten ist das Ziel jedes Pharmaunternehmens möglichst schnell, möglichst viel Geld zu verdienen, Vorbild ist hier bei vielen Firmen die Konsumgüterindustrie (schau Dir mal an wo die CEOs von z.B. MSD, Pfizer u.a. herkommen) Die medizinische Wissenschaft und auch das Wohlergehen der Patienten ist in diesem Zusammenhang eher sekundär (s. z.B. die aktuelle Diskussion über SSRIs, Rosiglitazon, Vioxx, Zyprexa usw., einen guten Überblick bieten hier M. Peterson: Our Daily Meds oder, wenn Du es lieber akademisch hast, H. Brody: Hooked). Hier ist Deine wissenschaftliche Erfahrung, und möglicherweise kritische Einstellung, auch eher ein Hinderungsgrund als ein Vorteil. Ohnehin verlagert sich die Grundlagenforschung tendentiell in Zukunft nach z.B. China, während die klinischen Studien zunehmed in diversen Drittweltstaaten durchgeführt werden. Ist halt einfacher und billiger.
Von Dir als Berufsanfänger wird also insgesamt erwartet, dass Du Dich als braves, kleines Rädchen in das bestehende System einfügst, keinen Ärger machst und nicht durch exzentrische Ideen auffällst. Allerdings erweckt Dein Posting nicht unbedingt den Eindruck, dass man da sicher sein kann, zumal Du für die normalen Einstiegspositionen hoffnungslos überqualifiziert bist. Wenn es also partout Pharma sein soll, würde ich meine Unterlagen und mein Auftreten entsprechend kritisch überprüfen. Alternativ würde ich mich bei technologieorientierten Firmen im Biotechnikbereich umsehen oder auch bei Unternehmensberatungen, ggf. auch bei Fondsgesellschaften oder Banken.
Die Zukunftsaussichten als Anfänger im Pharmaaußendienst erspare ich mir, die wurden hier schon ad nauseam durchdiskutiert.

Viele Grüße

PS Vielleicht keine so gute Idee deinen richtigen Namen zu posten, Du weißt nie wer hier mitliest.
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