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Alt 03.03.2010, 03:48
PharmaAlexx PharmaAlexx ist offline
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Standard AW: Letzte Haltestelle: Pharmaberater! ...für Fachidioten, wie mich?

Oh verdammt, die Spieltheorie, na klar und die zum Teil einspurige menschliche Psychologie - die habe ich bei meinem Dilemma ganz außer Acht gelassen.
Ich bin davon ausgegangen, dass Bewerbungen stets nach bestem Wissen und Gewissen und ausgerichtet auf ein höheres Ziel ausgewertet würden. Muhaha.
Auf jeden Fall danke ich dir für deine ausführlichen und verständnisvollen Worte, lieber catbert, jetzt fühle ich mich nicht mehr ganz so am Thema vorbei qualifiziert, sondern einfach nur noch nicht genau an dem Hebel angekommen, an dem ich schlussendlich ziehen sollte. Tatsächlich habe ich mich auch bei eins bis zwei hier nicht weiter genannten Firmen im Bereich Produktentwicklung bzw. F&E beworben, wobei ich methodisch genau das mitbringen würde, was man für die Position braucht. Also ganz habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, bin ja auch erst seit ca. 3 Wochen dabei, mich intensiv zu bewerben. Es nervt halt nur, wenn man in einer Firma nachfragt, die z.B. Trainee-Stellen anbietet und sich anhören muss, dass es noch ÜBERhaupt nicht absehbar ist, wann man eine Rückmeldung bezügl. der Bewerbung bekommen könne. Es hätten sich schon 500 (!) Leute darauf beworben und im Moment weiß man eh noch nicht, wie viele Trainees zugelassen werden, weil der Bedarf späterer Mitarbeiter aufgrund der Wirtschaftskrise nicht absehbar ist. Nun gut:
Die Consulting-Branche ist definitiv auch eine nette Option, vor allem Inhouse-Consultings in großen Pharmafirmen, wie Bayer. Das wäre auf jeden Fall auch noch einer meiner letzten Trümpfe im Ärmel. Wenn diese alle aufgebraucht sind, dann muss ich eben doch nach China auswandern, den klinischen Studien hinterher und mich als kleines Böötchen, das nicht zu viel nachdenkt, in einem großen, mit zum Teil besorgniserregenden Substanzen versetzten Fluss treiben lassen.
Lustig, dass du das mit dem Wohlergehen der Patienten aufwirfst: Auch wenn sich jetzt Max-Planck wahrscheinlich im Grabe rum dreht: selbst in meinem Bereich, der präklinischen Erforschung der genetischen Ursachen wirklich unschöner Krankheiten, geht es nur noch in einem entfernten abstrakten Maße darum, leidenden Menschen zu helfen, sondern hauptsächlich darum, so viele und tolle Publikationen, wie möglich rauszuhauen, die dann wieder Prestige nach sich ziehen und Geld in die Kassen spülen. Nur wenige meiner Kollegen haben Kontakt zu Patienten, deren Krankheiten sie erforschen, die meisten kommen aus irgendwelchen Elite-Programmen, die ihnen konstant verklickern, wie elitär sie sind und haben nur die steile wissenschaftliche Karriereleiter im Blick (die im übrigen mit mehr Fallstricken gespickt sein kann, als es sich so manch ein 24jähriger XXXXXX-Research-school Absolvent im Zuge seines von Elitegesängen geprägten Tunnelblickes auszumalen vermag).
Auf jeden Fall werde ich mal deinen beiden Buchtips nachgehen, obwohl ich vielleicht gar nicht noch genauer wissen will, wie perfide unsere Welt zum Teil ist. Egal, ich muss es lesen. :-)
Nochmal vielen Dank für deine Antwort + viele Grüße
Alex
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